Gestern um 17.40 Uhr habe ich Curacao verlassen und bin nach einem Zwischenstopp in Bogata (Kolumbien, mit Verspätung ca. 5 Std. Aufenthalt) heute Morgen um 7 Uhr in Buenos Aires gelandet. Der Flug mit Avenicia verlief problemlos, allerdings keine Versorgung an Bord. Die Fahrt mit dem öffentlichen Bus war schnell organisiert und der brachte mich in ca. 45 Minuten in die Innenstadt zum Busbahnhof am Luna Park, nur 1,5 Km vom Hotel entfernt. Im Hotel an gekommen, Raum war natürlich noch nicht bezugsfertig, erstmal Frühstücken. Danach einen ersten Gang durch die Innenstadt und eine örtliche SIM – Karte besorgen, die von Claro natürlich, die mit der besten Abdeckung in Argentinien. Aber vorher noch „Blue Dollar“ besorgen. Damit bezeichnet man den Wechselkurs auf dem inoffiziellem Tauschmarkt. In fast jeder Straße stehen die „Wechsler“ an der Straße und sprechen Touristen an: Cambio, Cambio. In der Straße am Obelisken fand ich den bis dahin besten Kurs. Während in Geschäften der Wechselkurs offiziell bei 200 Peso für den Dollar und 210 Peso für den Euro liegt, habe ich 400 Peso für einen Euro bekommen und erstmal 100 Euro (40 000 Peso) getauscht, um zu sehen, wie es funktioniert.





Buenos Aires (BA) zeigt sich als beeindruckende Stadt. Leicht erkennt man, dass diese Stadt einmal sehr reich gewesen sein muss, Prachtbauten, breite Strassen, gute Infrastruktur.
Aber leider hat Argentinien, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den reichsten Ländern der Welt gehört hatte (1913 lag das Pro-Kopf-Einkommen auf dem Niveau Frankreichs und Deutschlands), seit der Absetzung von Juan Perón im Jahr 1955 eine sowohl politisch als auch wirtschaftlich instabile Phase durchgemacht. Es kam zu häufigen Regierungswechseln, die sich auch in einer Wirtschaftspolitik mit stark wechselnden Ideologien niederschlugen. Die Folge waren zahlreiche Wirtschaftskrisen, die wiederum zu kurzfristig angelegten Stabilisierungsprogrammen führten, die jedoch die instabile Situation meist noch verschärften und hohe soziale Kosten (s. externer Effekt) verursachten, insbesondere durch eine hohe Inflationsrate der Landeswährung Peso. Oft wurde und wird von einem langsamen Abstieg Argentiniens von der ersten in die dritte Welt gesprochen. Teilweise lag die Armutsqoute bei 57% und Argentinien wurde durch mehrfachen Staatbankrott immer weiter geschwächt, so dass das Vertrauen der Investoren in die Währung und die Politik schwand. Die Inflation liegt z.Z. Bei ca. 80 % und die Kapitalflucht versuchte die Regierung durch eine Beschränkung des Devisenhandels sowohl für große Exportunternehmen als auch für Privatperson einzudämmen. Die Folge ist eine weiterhin ohne Inflation als auch einen weiter fallenden Wechselkurs und der inoffizielle Tauschmarkt mit dem „Blue Dollarkurs“. Angeblich finanzieren sich darüber ausländischen Importeure, weil sie wg. der Beschränkung des Devisenhandels sonst die harten Währungen Dollar und Euro nicht bekommen.